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Zähneknirschen - mit den Zähnen knirschen
Jeder verarbeitet Stress auf seine Art und Weise. Viele von uns beißen sich im wahrsten Sinne des Wortes durch – oder glauben es tun zu müssen. Ob in der Nacht, am Tag während wir konzentriert in den Monitor starren, während des Sports beim Joggen oder Gewichte heben, es gibt viele Gelegenheiten, die Zähne fest zusammenzupressen. Meist geschieht dies unbewusst und darauf angesprochen leugnen viele dieses Verhalten gerne. Die Spuren an den Zähnen und am Zahnhalteapparat können wir leicht erkennen und diese sind nicht wegzudiskutieren. Es sind: Schlifffacetten = Abriebflächen, Schmelzsprünge, Schmelzrisse, abgebrochene Kanten von den Zähnen, Füllungen oder Keramikverblendungen, Zahnlockerung, Zahnfleischrückgang.
Werden die Zähne nur fest zusammengepresst so entstehen keine Geräusche. Unserer Umwelt fällt dieses Verhalten meist nicht auf. Der Fachmann spricht vom Pressen oder mit den Zähnen pressen. Die Kaumuskulatur ist die stärkste Muskulatur in unserem Körper. Nicht erstaunlich, dass wir es schaffen selbst hochfeste Keramik zu sprengen.
Werden die Zähne nicht nur fest zusammengepresst sondern dabei auch noch gegeneinander bewegt, dann sprechen wir vom Knirschen. Bei solch einem Knirschen werden teilweise sehr laute Geräusche erzeugt und es kann passieren, dass der Bettnachbar in seiner nächtlichen Ruhe gestört ist. Kleine Kinder knirschen teilweise sehr stark mit den Zähnen. Die Milchzähne, welche ohnehin nicht so hart sind wie die Bleibenden Zähnen, sind nach einigen Jahren ziemlich flach. Zum Glück werden diese durch die Bleibenden ersetzt.
Egal ob beim Pressen oder Knirschen mit den Zähnen in beiden Fällen werden massive Kräfte freigesetzt. Diese Kräfte müssen die Muskulatur und das Gewebe der Zähne sowie der Kiefergelenke auffangen und verarbeiten. Während wir im Normalfall lediglich 20 Minuten lang während 24 Stunden Zahnkontakt haben, so können dies bei einem ausgeprägten Knirschverhalten schon einige (3-4) Stunden werden. Mehr als diese 4 Stunden schafft unsere Muskulatur nicht. Stellen Sie sich vor, Sie müssten 4 Stunden lang einige Gewichte heben!
Es macht einen großen Unterschied aus, ob während dieses Knirschens oder Pressens die Muskulatur in ihrer Bewegungsrichtung belastet wird oder nicht. Stellen Sie sich vor, Sie müssten 4 Stunden lang mit verdrehtem Arm einige Gewichte heben!
Um die Zahnsubstanz lediglich zu schützen können wir Ihnen eine sogenannte Entspannungsschiene anfertigen. Meist liegt jedoch eine Funktionsstörung vor und diese sollte therapiert werden! Auf jeden Fall ist es wichtig der Sache auf den Grund zu gehen, wenn folgende Symptome zu beobachten sind: Nacken- Rückenverspannungen, HWS-, LWS- Probleme, häufige Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Tinnitus.
Lassen Sie in diesen Fällen unbedigt eine Funktionsdiagnostik der Kiefergelenke durchführen!
Leider sind diese Zusammenhänge noch zu häufig unbekannt und somit auch untherapiert. Ich freue mich sehr, wenn ab und an dieses Thema in den Medien aufgegriffen wird. Das jüngste Beispiel: Die Zeitschrift VITAL, Ausgabe vom Mai 2008 (Zum Zähne-Ausbeißen), www.vital.de
Eingestellt am 23.05.2008 von Dr. Jasper
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