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Stress: Zum Zähneknirschen

Atmung, Herzschlag, Adrenalinspiegel - wenn der Körper in erhöhter Alarmbereitschaft ist, arbeiten viele Menschen ihre Anspannung über die Zähne ab.

Was ist der Grund dafür?

Es gibt viel zu tun und der Chef macht Druck. Da beißt man eben die Zähne zusammen, nimmt es zähneknirschend hin oder ist einfach nur zerknirscht. Emotionen wie Ängste gehen oft über die Zähne - nicht umsonst gibt es viele Redewendungen über sie. Eine Erklärung für diesen Stressabbau liefert uns die Biologie. Schon seit Urzeiten ist unser Körper darauf programmiert, in brenzligen Situationen Atmung, Herzfrequenz, Blutdruck, Muskeltonus und Adrenalinspiegel zu erhöhen.Unsere Vorfahren brauchten diese Alarmbereitschaft für die Flucht um zu Überleben. Heute können wir die aufgebaute Anspannung jedoch nicht sofort in körperlicher Aktivität entladen-und müssen andere Wege finden.

Bei körperlicher Anspannung oder Konzentration neigen wir dazu, die Kaumuskulatur anzuspannen und die Zahnreihen aufeinander zu pressen. Das passiert häufiger als unser Kauorgan verkraften kann. Viele Menschen bauen ihren Stress über verstärkte Muskelarbeit am Ober- und Unterkiefer ab. Diese massieven Kräfte hinterlassen auf den Zähnen Folgen: Schmelzdefekte, Zahnabrasionen, Schliffaccetten, Zahnlockerung durch geschädigten Zahnhalteapparat. Später wird auch das Kiefergelenk in Mitleidenschaft gezogen. Es treten Kiefergelenk- und Nervenschmerzen sowie Kopfschmerzen auf. Nach einer Weile kann es auch zu Nackenschmerzen, Rückenschmerzen und sogar einem Tinnitus kommen.

Das Mahlen mit den Zähnen geschieht oft unbewußt und nachts, die Betroffenen merken nichts davon. Ähnlich wie beim Schlafwandeln haben sie keine Kontrolle über die nächtliche Aktivität. Erst wenn Probleme wie Schmerzen im Kiefergelenk auftauchen, erhalten sie einen Hinweis - oder der Zahnarzt macht sie darauf aufmerksam. Der Mediziner bezeichnet das Zähneknirschen als Bruxismus. Seine Auslöse können auch Zahnfehlstellungen, zu hohe Füllungen oder eien Kieferfehlstellung sein. Das Zusammenspiel der Kontaktpunkte von Zähnen am Ober- und Unterkiefer stimmt nicht und wir versuchen durch Muskelarbeit die Störung auszugleichen.

Erste-Hilfe-Maßnahme:

Als erste Maßnahme wird eine Aufbissschiene eingesetzt. Diese schützt die Zähne vor Verschleiß, reguliert eventuelle Fehlstellungen des Unterkiefers und schont somit das Kiefergelenk und die benachbarten Strukturen wie das Ohr. Angespannte Muskeln lassen sich mit verschiedenen Übungen lockern. Ist das eigentliche problem nur Stress, hilft auf Dauer nur, alternative Gegenstrategien zu entwickeln: Yoga, autogenes Training, Qigong.
Sind wir vollkommen entspannt, berühren sich unsere Zähnen überhaupt nicht, achten Sie einmal darauf.



Eingestellt am 18.11.2008 von Dr. Jasper
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