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Kiefergelenk

Beim Kiefergelenk handelt es sich in Wirklichkeit um zwei paarig angelegte Gelenke, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu Innenohr liegen. Kiefergelenke können in allen ihren Strukturen regenerieren und sich unterschiedlichen Situationen anpassen. Wir sprechen dann von einem „Remodelling“. Ist die Knorpelsubstanz defekt, ist ein Remodelling nicht mehr möglich. Es kommt dann zu einer Arthrose im Gelenk. Dieses Geschehen ist irreversibel (nicht mehr reparabel).

Beim Kiefergelenk bestimmt die Okklusion – also die Verzahnung – wo das Kiefergelenk zu stehen hat. Okklusale Interferenzen – also Störungen in der Verzahnung – führen zu einem erhöhten Muskeltonus in der Kaumuskulatur und deren Antagonisten (den Gegenmuskeln). Wir sprechen dann von einem „Falschen Biss“ oder „CMD“ (Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion). Die Gegenspieler der Kaumuskeln sind die Nacken- und Rückenmuskulatur. So lässt sich nachvollziehen, dass bei Störungen in der Verzahnung beider Kiefer miteinander die Problematik meist auf einer ganz anderen Ebene ausgetragen wird. Es kann zu folgenden Beschwerden kommen: Geräusche (Knacken, Reiben) in den Kiefergelenken, Nackenschmerzen, Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur, Kopfschmerzen, Tinnitus, Rückenschmerzen, hormonelle Störungen, …

Das Kiefergelenk liegt direkt vor dem Ohr. Beschwerden, die mit dem Kiefergelenk einhergehen, werden daher oft auf das Ohr geschoben. Andererseits hängen Ohrgeräusche und Tinnitus oft mit einer nicht erkannten Kiefergelenksstörung zusammen.